Von der Idee zur Wirkung: Supply Chain Innovation bei der Otto Group gestalten mit Alumna Katrin Pompe

Für Katrin Pompe war der MBA an der KLU weit mehr als ein Studienprogramm. Er war ein Katalysator, um ihre Art zu führen, zu denken und Innovation voranzutreiben, neu zu definieren. Heute ist sie Leiterin Supply Chain Innovation & Cooperation bei der Otto Group und arbeitet an der Schnittstelle von Logistik, Technologie und Partnerschaften. Ihr Ziel: Lieferketten intelligenter, nachhaltiger und resilienter gestalten – und Ideen in konkrete Lösungen mit messbarem Impact übersetzen. Erfahren Sie, wie Katrin Komplexität in konkrete Maßnahmen übersetzt und warum für sie gute Führung bedeutet, Raum für Wachstum zu schaffen.

Name: Katrin Pompe
Position, Unternehmen: Leiterin Supply Chain Innovation & Cooperation, Otto Group
Studienprogramm, Jahrgang: MBA 2021

Das Beste an meinem Studienprogramm:

Was diesen MBA für mich besonders gemacht hat, war die einzigartige Kombination aus einem starken Fokus auf Logistik und Supply Chain Management, fundierten akademischen Inhalten und einer sehr persönlichen Atmosphäre. Die kleinen Jahrgänge, der enge Austausch mit den Professor:innen und die Möglichkeit, Erkenntnisse direkt in meinem Job anzuwenden, machten das Studium sowohl intellektuell bereichernd als auch äußerst wertvoll für meine berufliche Entwicklung.

Ein entscheidender Moment während meines MBA-Studiums war die Arbeit an einem Projekt mit Kommilitonen aus ganz unterschiedlichen beruflichen Bereichen. In mehreren Kursen war das Lernen durch projektbasierte Gruppenarbeit am intensivsten, doch dieses spezielle Projekt stach besonders hervor. Wir hatten die Aufgabe, auf der Grundlage detaillierter Finanzzahlen, Betriebsdaten und Marktkenntnisse eine neue Geschäfts- und Lieferkettenstrategie für ein fiktives Unternehmen zu entwickeln. Dies stellte mich vor die Herausforderung, strategisches Denken, operative Details und zwischenmenschliche Dynamiken auf eine Weise zu verknüpfen, wie ich es zuvor noch nicht erlebt hatte, und das zudem auf Englisch, das nicht meine Muttersprache ist. Mir wurde klar, dass es beim Erfolg nicht darum ging, die „richtige“ Antwort zu finden. Für mich bestand die eigentliche Herausforderung darin, wie wir zusammenarbeiteten, indem wir unterschiedliche Perspektiven in Einklang brachten, schnell Vertrauen aufbauten und Entscheidungen als Team trafen. Diese Erfahrung festigte letztendlich meinen Wunsch, mich stärker in Richtung Führung und unternehmensübergreifende Zusammenarbeit in der Logistik zu orientieren.

Die Inhalte des Studiums haben mir außerdem ein solides Fundament in Operations und Supply Chain Management, strategischem und finanziellem Denken sowie in Leadership und Change Management vermittelt. Ich habe gelernt, komplexe Probleme zu strukturieren und Lösungen klar an unterschiedlichste Stakeholder zu kommunizieren. Gleichzeitig hat mir das Programm gezeigt, dass Führung auch Verantwortung bedeutet: Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Teams sich trauen, Dinge zu hinterfragen, zu experimentieren und zu wachsen – Orientierung zu geben, ohne Kreativität einzuschränken, und Veränderung gemeinsam zu gestalten.

Das Beste an meinem Job:

Aktuell arbeite ich als Head of Supply Chain Innovation & Cooperation bei der Otto Group. Meine Rolle befindet sich an der Schnittstelle von Logistik, Technologie und Partnermanagement. Ich beschäftige mich damit, wie wir unsere Lieferketten intelligenter, nachhaltiger und resilienter gestalten können – oft gemeinsam mit internen Geschäftsbereichen und externen Partnern.

Am meisten erfüllt es mich, Ideen in konkrete Lösungen umzusetzen, die spürbare Ergebnisse bringen: ein besseres Kundenerlebnis, effizientere Abläufe und einen geringeren ökologischen Fußabdruck. Ich genieße es, als „Vermittler“ zwischen Strategie und operativem Geschäft sowie zwischen verschiedenen Funktionen und Regionen zu fungieren. In meiner Arbeit schlage ich oft eine Brücke zwischen verschiedenen Abteilungen, Geschäftsbereichen und externen Partnern. Wenn wir beispielsweise eine neue Initiative zur Innovation der Lieferkette starten, zerlege ich die Vision in praktische Schritte, stimme alle auf klare Ziele ab und erstelle visuelle Roadmaps, die zeigen, „wer was wann und warum tut“. Außerdem richte ich regelmäßige Check-ins ein, um den Fortschritt sicherzustellen und bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen. Indem ich technische Details mit dem Gesamtbild verknüpfe, helfe ich den Teams zu erkennen, wie ihre Arbeit in unsere übergeordneten Ziele passt, und mache komplexe Ideen umsetzbar.

Mein Führungsansatz basiert auf Klarheit, Vertrauen und Zusammenarbeit. Ich gebe Teams eine klare Zielrichtung und Rahmenbedingungen vor und ermögliche ihnen dann, eigenständig zu entscheiden und zu experimentieren. Da ich über Regionen und Geschäftsbereiche hinweg arbeite, investiere ich viel in den Aufbau von Beziehungen, die Entwicklung gemeinsamer Standards und die Ausrichtung auf gemeinsame Ziele. Am Ende geht es immer um die Menschen.

Die MBA-Erfahrung hat diesen Ansatz maßgeblich geprägt. Sie hat mir Werkzeuge an die Hand gegeben, um Komplexität greifbarer zu machen, und mich dazu ermutigt, mehr durch Fragen als durch Antworten zu führen. Die Zusammenarbeit in einem internationalen Umfeld hat zudem mein Bewusstsein für unterschiedliche Perspektiven und kulturelle Nuancen geschärft – eine essenzielle Fähigkeit für die Führung funktions- und regionsübergreifender Initiativen.

Wie die KLU mich auf diesen Weg gebracht hat:

Meine Zeit an der KLU hat meine berufliche und persönliche Entwicklung deutlich beschleunigt. Beruflich hat mir der MBA das nötige Selbstvertrauen und die Fähigkeiten gegeben, eine unternehmensweite Rolle im Bereich Innovation und Zusammenarbeit zu übernehmen.

Persönlich hat die Herausforderung, einen anspruchsvollen Job mit dem MBA und meinem Privatleben zu vereinbaren, mich dazu gezwungen, bewusster zu priorisieren, zu organisieren und meinen Umgang mit Zeit und Energie zu reflektieren. Dadurch habe ich eine Resilienz entwickelt, auf die ich heute bei der Steuerung komplexer Veränderungsprozesse zurückgreifen kann.

Das KLU-Netzwerk ist für mich weiterhin sehr wertvoll. Meine Kommiliton:innen aus unterschiedlichen Branchen und Funktionen sind wichtige Sparringspartner, wenn ich neue Ideen oder Herausforderungen reflektiere. Auch die Verbindung zu Professor:innen und zur gesamten KLU-Community hält mich nah an aktuellen Forschungsergebnissen und Trends.

Mein Rat an aktuelle Studierende ist, eigene reale Herausforderungen mit in den Unterricht zu bringen, offen und ehrlich damit umzugehen und Kommiliton:innen sowie Professor:innen als Sparringspartner zu nutzen. Für diejenigen, die am Anfang ihrer Karriere stehen oder eine Führungsrolle anstreben, würde ich sagen: Nutzt den MBA als sicheren Raum, um euren eigenen Führungsstil zu entwickeln, Entscheidungen zu üben und eure berufliche Geschichte zu schärfen.

Wie ich ein „Operations Mindset“ in meinem Job lebe:

In meinem Arbeitsalltag spielen vor allem vier Aspekte eine zentrale Rolle: Ethische und verantwortungsvolle Führung leitet meine Entscheidungen in Bezug auf Nachhaltigkeit, Arbeitsbedingungen und Transparenz. Für mich macht Innovation in der Supply Chain nur dann Sinn, wenn sie menschenzentriert ist und einer klaren Vision folgt.

Gleichzeitig sind eine praxisnahe Umsetzung und konsequente Ausführung entscheidend. Ich verbringe bewusst Zeit nah am operativen Geschäft, höre den Teams zu, die die Prozesse täglich umsetzen, und beziehe sie aktiv in die Entwicklung und das Testen von Lösungen ein. Für mich ist Innovation nur dann erfolgreich, wenn sie in der Praxis funktioniert – und nicht nur auf einer Präsentationsfolie.

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