Das Potential von KI in der Supply Chain: Dissertation in Kooperation mit Bayer
Künstliche Intelligenz verändert Planung, Operations und Supply Chains grundlegend – doch technologische Leistungsfähigkeit allein garantiert noch keinen Erfolg. Entscheidend ist, wie Menschen mit KI-Systemen zusammenarbeiten. Genau dieser Frage widmete sich Henrietta von Eben-Worlée in ihrer nun erfolgreich abgeschlossenen Promotion an der KLU. Betreuer war Prof. Dr. Kai Hoberg.

Die Dissertation liefert konkrete Ansatzpunkte für Unternehmen: KI-Systeme sollten transparent gestaltet werden, Mitarbeitenden ausreichend Autonomie lassen und klar definierte Rollen im Zusammenspiel mit Menschen einnehmen. Gleichzeitig zeigt die Forschung, dass Generative AI besonders dann wirksam unterstützt, wenn Antworten strukturiert, verständlich und an den Bedürfnissen der Nutzenden ausgerichtet sind. „Die Einführung von KI scheitert selten an der Technologie selbst, sondern häufig daran, wie sie in Arbeitsprozesse eingebettet wird“, sagt Henrietta von Eben-Worlée. „Wenn Unternehmen Vertrauen schaffen, Rollen klar definieren und Systeme an menschliche Bedürfnisse anpassen, kann echte Mensch-KI-Zusammenarbeit entstehen.“
Forschung mit direktem Praxisbezug
Zentraler Praxispartner des Promotionsprojekts auf Basis experimenteller Studien war Bayer. Aus einer ersten gemeinsamen Studie zur KI-Adoption in der Supply Chain entwickelte sich eine mehrjährige Zusammenarbeit mit Trainingsprogrammen, Strategieprojekten und datenbasierten Analysen realer Forecasting-Prozesse. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse flossen direkt in konkrete Unternehmensfragen ein.
Rolf Egger, Head of Enterprise End-to-End Supply Chain Center of Excellence im Bereich Consumer Care bei Bayer, dazu im KLU Talks Business Interview: „Besonders wertvoll war für mich, dass wir die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI differenzierter betrachten konnten. Dazu gehörte auch die Frage, welche Faktoren Vertrauen, Akzeptanz und Nutzung beeinflussen – etwa Alter, Hintergrund, Erklärbarkeit oder Ergebnisqualität. Das hat geholfen, Menschen gezielter einzubinden und Veränderungsprozesse besser zu gestalten. Dabei zeigte sich auch, dass Offenheit gegenüber KI nicht automatisch vom Alter abhängt. Nicht jede junge Person ist automatisch Treiber solcher Themen. Gleichzeitig können sehr erfahrene Mitarbeitende starke Botschafter für KI sein.“
Betreut wurde die Dissertation von Kai Hoberg, Professor für Supply Chain and Operations Strategy an der KLU. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Supply Chain Analytics, Einsatz neuer Techologien und strategisches Supply Chain Management. Kai Hoberg erläutert „Für diese Art von Forschung ist die Kooperation mit Unternehmen kritisch. Nur in der direkten Interaktion im Arbeitsumfeld können wir wirklich verstehen, wie Mensch und KI wirklich zusammenarbeiten sollten. Wir sind sehr froh hier Bayer als Partner zu haben und durch das Forschungsprojekt hier einen deutlichen Mehrwert zu liefern.“







