Vom Studenten zum Professor: Alumni-Interview mit Prof. Arne Heinold
Die Ernennung von Arne Heinold zum neuen Assistant Professor of Transport an der KLU ist ein ganz besonderer Meilenstein. Arne, der 2013 den Masterstudiengang Global Logistics absolvierte, ist der erste Absolvent der Hochschule, der eine Professur an seiner Alma Mater antritt. Vor seiner Professur an der KLU hat er für das Duty-Free-Unternehmen Gebrüder Heinemann gearbeitet und hatte eine Vertretungs-Professor an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg inne, wo er unter anderem preisgekrönte Forschung zu nachhaltigem Transport und dem Potenzial der 5G-Technologie für Häfen betrieben hat. Im Interview erklärt Arne Heinold, wie sich für ihn mit seiner Rückkehr der Kreis zur KLU schließt.

Wie fühlt es sich an, wieder an der KLU zu sein?
Arne Heinold: Es ist ein bisschen surreal. Als ich hier studiert habe, hätte ich mir nicht vorstellen können, einmal hier Professor zu sein. Die KLU ist inzwischen deutlich größer geworden und es gibt zum Beispiel viele Doktoranden, was zu meiner Studienzeit noch nicht der Fall war. Ich kenne eine ganze Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, und sie kennen mich tatsächlich auch noch, so dass ich mich ein wenig wie zu Hause fühle. Mir wird viel Vertrauen entgegengebracht, was sicher auch daran liegt, dass ich zwischen meinem Abschluss und dem Start hier als Professor immer mit der KLU in Kontakt geblieben bin. Ich war zum Beispiel auch Teil des Alumni-Netzwerks und vor zehn Jahren dort Schatzmeister.
Warum hast Du dich damals für einen Masterstudiengang an der KLU entschieden?
Arne Heinold: Ich bin an die KLU gekommen, nachdem ich meinen Bachelor in Volkswirtschaftslehre an der Universität Kiel gemacht hatte. Ich wollte etwas machen, was sehr nah an der Wirtschaft ist – dafür war die KLU der richtige Ort. Als ich mein Studium hier abgeschlossen hatte, wollte ich gerne in einem Unternehmen arbeiten um die Theorien und Methoden, die ich an der Hochschule gelernt hatte, in der Praxis erleben.
Das führte zu einer Stelle beim Duty-Free-Unternehmen Gebrüder Heinemann. Wie war es dort für dich und was konntest du aus deinem Studium mitnehmen?
Arne Heinold: Ich kannte Gebrüder Heinemann durch einen Unternehmensbesuch, den wir im Rahmen des Masters gemacht hatten. Ich war dann eineinhalb Jahre lang Trainee, wurde nach Singapur geschickt und habe auch beim Aufbau eines neuen Lagers in Frankfurt mitgearbeitet. Es war sehr interessant zu sehen, wie viele der Methoden, die ich von der Uni kannte, jetzt bei Entscheidungen hilfreich waren. Ich habe auch sehr davon profitiert, dass an der KLU großen Wert auf kritisches Denken und interkulturelle Kompetenz gelegt wird. Nach meinem Traineeship wurde ich dann Anforderungsmanager und war für die Kommunikation zwischen der IT-Abteilung und der Logistikabteilung zuständig. Nach zwei Jahren in dieser Position wollte ich wieder tiefer in logistische Methoden eintauchen. Da ich mich sehr für nachhaltigen Verkehr und Transport interessiere, habe ich mich dann für eine Doktorandenstelle an der Universität Kiel beworben.
Was war der Schwerpunkt deiner Forschung dort?
Arne Heinold: Ich habe dort in einer Forschungsgruppe mitgearbeitet, die von der DFG gefördert wurde. Die Grundidee war es, ein System für ein Ökolabel zu entwickeln, das dem Farbsystem ähnelt, mit dem die Energieeffizienz von Produkten wie Waschmaschinen gekennzeichnet wird. Dieses Prinzip wollten wir auf den Transportsektor übertragen. Man könnte dann bei einer Online-Bestellung nicht nur den Preis und die Lieferzeit, sondern auch das Umweltlabel auswählen. Während des Projekts haben wir nicht nur das Label selbst untersucht, sondern auch Methoden entwickelt, um komplexe Transportprobleme zu lösen – das wird nämlich um einiges schwieriger, wenn man auch das Umweltlabel berücksichtigen möchte.
Im deiner Zeit als Postdoc hast du auch viel zum Potenzial der 5G-Technologie für den Hafen in Kiel geforscht. Erzählen uns ein wenig mehr davon.
Arne Heinold: Kiel hat einen kleinen Hafen, welche unter anderem von Roll-on/Roll-off-Schiffen mit einer einzigen Rampe angefahren wird. Die Frage ist, wenn wir irgendwann diese 5G-Technologie haben, was sollte der Hafen beim Be- und Entladen dieser Art von Schiffen anders machen? Wir haben dazu eine Simulationsumgebung entwickelt, wo wir zusätzliche Informationen untersuchen konnten, zum Beispiel die Position jedes Trailers. Wir haben dazu auch geschaut, ob maschinelles Lernen dann hilfreich sein könnte. Ich habe mit dieser Technologie schon früher gearbeitet. Außerdem war sehr wichtig zu schauen, wie neue Verfahren erklärbar und geeignet für die Praxis sind.
Wie bist du dann zur Professur an der KLU gekommen? Wo liegt dein Schwerpunkt?
Arne Heinold: Ich habe vor zwei Jahren meine Promotion abgeschlossen und hatte eine Vertretungs-Professur in Magdeburg. Ich hatte dort viel Verantwortung, aber auch viele Freiheiten, und ich habe es sehr genossen, dass ich die Zukunft der Studierenden mitgestalten konnte. Das war ziemlich cool. Aber es war klar, dass diese Stelle ein Ende haben würde. Als ich die Ausschreibung für die Assistenzprofessur an der KLU gesehen habe, habe ich mich direkt beworben.
Meine Professur hier folgt dem amerikanischen System. Das heißt, ich kann mich zu Anfang voll auf die Forschung konzentrieren, da ich hier noch nicht so viel Erfahrung wie ordentliche Professorinnen und Professoren mitbringe. Der größte Teil meines Tages ist aktuell also mit Forschung ausgefüllt. Meine Bachelor-Kurse beginnen dann im Oktober, so dass ich noch ein halbes Jahr Zeit habe, mich auf die Forschung zu konzentrieren. Dann werde ich einen Einführungskurs für Logistik und Supply Chain Management und einen weiteren Kurs im Transportmanagement unterrichten.







