Über Hamburg von Mexiko nach Phoenix, Arizona: Rafael Escamillas akademische Reise

Rafael Escamilla hat an der KLU promoviert – doch Hamburg war nur eine von vielen Stationen seiner akademischen Reise. Aufgewachsen in Toluca in der Nähe von Mexiko City, studierte Escamilla in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. Zurzeit ist der 31-Jährige als Assistant Professor an der W. P. Carey School of Business der Arizona State University im amerikanischen Phoenix tätig, was ihm viel Freude macht.

Sie haben dieses Jahr als Assistant Professor an der Arizona State University angefangen. Was bringt diese Position mit sich?

Meine beiden wichtigsten Aufgaben sind, Forschungsergebnisse zu erzielen, die dann in hochrangigen Fachzeitschriften mit Peer-Review-Verfahren veröffentlicht werden, und zu lehren. Ich unterrichte Lieferkettenlogistik im Rahmen des Online-MBA-Programms und im nächsten Semester werde ich außerdem analytisches Decision Modeling unterrichten. Neben meiner Tätigkeit an der ASU bin ich auch Dozent für kausale Inferenz im Graduate Certificate in Logistics and Supply Chain Management Programm (GCLOG) am Massachusetts Institute of Technology.

Und was die Forschung angeht: Ich bin zurzeit in Peru für den Auftakt eines Feldexperiments, das ich hier leite. Wir untersuchen die Lieferkettenprozesse, die bei der Versorgung der Micro Retailer in Schwellenmärkten zum Tragen kommen. Tatsächlich sind solche kleinen, familienbetriebenen Läden nämlich die Orte, an denen die Mehrheit der Weltbevölkerung mit grundlegenden Produkten und Dienstleistungen versorgt wird.

Was beinhaltet Ihr Experiment?

Im Rahmen meiner Promotion habe ich zusammen mit einem Unternehmen hier in Lima geforscht und wir arbeiten jetzt mit einem Lieferanten an einer Strategie, die er implementiert, um den Cash-to-Cash-Zyklus dieser Händler etwas flexibler zu gestalten.

Normalerweise läuft das so: Wenn die Händler von großen, multinationalen Unternehmen wie Coca-Cola oder Unilever Ware erhalten, müssen sie diese direkt bei Lieferung bezahlen. Aber das ist problematisch, weil ihre finanziellen Mittel begrenzt sind.

Wir tun daher jetzt Folgendes: Wir erlauben ihnen, ihre Bestellungen später zu bezahlen und berücksichtigen dabei die operativen Vorteile, die diese Strategie den Lieferanten bietet. Beispielsweise, weil sie die einzelnen Läden nun weniger häufig beliefern müssen. Natürlich betrachten wir auch die damit verbundenen Risiken genau, denn es könnte ja zu Kreditausfällen kommen.

Die erste Hälfte Ihrer Promotionszeit haben Sie an der KLU verbracht und dort auch die Lehrveranstaltungen besucht, die zweite Hälfte dann an der Tilburg University in den Niederlanden. Was hat Sie dazu gebracht, an der KLU zu studieren?

Die KLU ist eine junge Hochschule, aber sie ist sehr schnell gewachsen und verfügt über erstklassige Ressourcen. Die Hochschulgemeinschaft ist ausgesprochen lebendig und die Fakultät interdisziplinär aufgestellt. Als ich dort angefangen habe, war das PhD-Programm ganz neu und ich war in einer Gruppe von zehn Doktorandinnen und Doktoranden unterschiedlicher Fachrichtungen. Diesen Weg gemeinsam mit ihnen zu gehen, war spannend und hat viel Spaß gemacht.

Die Dozenten und wir Doktoranden haben fachübergreifend zusammengesessen und so konnte ich an Seminaren zu Organisationsverhalten, Marketing und Informationssystemen teilnehmen. Der Ideenaustausch war beflügelnd. Für meine Forschung war das ein großer Vorteil, denn ich hatte so die Möglichkeit, methodisch unterschiedliche Wege zu beschreiten. Ich fand es wirklich toll, sowohl an der KLU als auch in Hamburg generell. Das ist eine wunderbare Stadt und ich hatte mit meinen Kolleginnen und Kollegen eine sehr nette Gemeinschaft. Ein besseres Umfeld für eine Promotion kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

Was erwarten Sie beruflich für die Zukunft?

Ich würde sagen, die akademische Laufbahn ist sehr vorhersehbar. Man weiß, was man zu tun hat, um sich beruflich weiterzuentwickeln. Mein nächster Schritt ist natürlich, eine Festanstellung an der Arizona State University zu erhalten, und ich freue mich darauf, das zu erreichen.

Ich arbeite hier mit einer wunderbaren Gruppe von Menschen zusammen und die Universität hat eine ganz klare Mission und Philosophie, was Inklusivität und Verfügbarkeit angeht. Eines der Ziele meines Fachbereichs ist es, Supply Chain Leadership überall dorthin zu bringen, wo es am dringlichsten gebraucht wird, und das ist etwas, das ich total spannend finde. Deswegen hoffe ich, dass ich sehr lange hier bleiben werde.

Und wie gefällt Ihnen das Leben in Phoenix?

Phoenix ist eine hochinteressante Stadt, die noch viele Innovationen hervorbringen wird. Ich glaube, die Arizona State University kann da eine sehr wichtige Rolle spielen. Tatsächlich steht die ASU bereits seit neun Jahren immer wieder auf Platz 1, was die Innovationskraft amerikanischer Hochschulen anbelangt, und das ist erst der Anfang.

Hinzu kommt: Die ASU ist eine sehr große Hochschule, hier beginnen also viele Studierende und talentierte Akademikerinnern und Akademiker ihre Laufbahn. Zum jetzigen Zeitpunkt in Phoenix zu sein, ist großartig und welche Innovationen von hier noch kommen werden, ist ein spannendes Thema.

News

Latest Articles

Three people stand oindoors on a staircase.

Building Bridges in Northern Germany: Louisenlund Foundation and KLU Announce Strate…

The Louisenlund Foundation in Güby, Schleswig-Holstein, and Kühne Logistics University (KLU) at its Hamburg campus are joinin…

Read more

EuroHockey U21 Championship 2026: KLU Students Win Silver Medal

Another athletic success for KLU: The men's U21 national team won the silver medal at the European Field Hockey Championship.…

Read more
A branded visual announcing the cooperation between ITgirls and Kühne Logistics University (KLU). The image shows people working around a laptop, with the ITgirls logo on the left and a KLU cooperation partner label on the right.

“You can do IT”: KLU becomes an official partner of ITgirls

Kühne Logistics University has started a cooperation with ITgirls, an initiative for young women interested in the tech and I…

Read more