Herzlich willkommen, Harshita Kajaria-Montag
Die KLU heißt Harshita Kajaria-Montag als neue Assistenzprofessorin Operations willkommen. Sie forscht im Bereich Operations Management im Gesundheitswesen und untersucht anhand von Daten aus der Praxis, wie Krankenhäuser und Gesundheitssysteme mit den vorhandenen Ressourcen mehr erreichen können. Ihre Arbeit zu Versorgungskontinuität und Arbeitsbelastungsverteilung zeigt Möglichkeiten auf, die Situation sowohl für Patient:innen als auch für das klinische Personal zu verbessern. Im Interview spricht sie darüber, was sie am Gesundheitswesen reizt und was sie den Studierenden an der KLU vermitteln möchte.

Was hat dich zum empirischen Operations Management und zum Gesundheitswesen gebracht – und welche Fragen interessieren dich am meisten?
Das Gesundheitswesen ist ein Umfeld, in dem betriebliche Entscheidungen echte Auswirkungen auf Menschen haben und deren Folgen weit über die Theorie hinausreichen. Es birgt echtes Potenzial, etwas zu bewirken. Das wird jedes Mal bestätigt, wenn ich mit Fachleuten zusammenarbeite, die zukunftsorientiert und innovativ sind und ein echtes Interesse daran haben, Forschungsergebnisse in die Praxis umzusetzen. Es ist zudem ein Bereich, der jeden und jede betrifft: Wir alle kommen irgendwann einmal mit dem Gesundheitswesen in Berührung.
Vor dem Hintergrund des weit verbreiteten Personalmangels im Gesundheitswesen stellt sich die Frage: Wie können wir mit den Menschen und Ressourcen, die uns bereits zur Verfügung stehen, mehr erreichen? Das bedeutet, nach intelligenten, kostengünstigen Lösungen zu suchen – beispielsweise bei der Planung der klinischen Arbeit, der Zuordnung von Patient:innen zu bestimmten Ärzt:innen oder der gleichmäßigeren Verteilung der Arbeitsbelastung auf das vorhandene Personal –, damit sich letztendlich die Behandlungsergebnisse für die Patient:innen verbessern. Ich finde es faszinierend, dass wir diese Fragen dank großer administrativer Datensätze in Kombination mit neuen Technologien und ausgefeilten Methoden nun gründlich untersuchen können.
Woran hast du in letzter Zeit gearbeitet, und wer könnte davon profitieren?
Einer meiner zentralen Forschungsschwerpunkte ist die Kontinuität der Versorgung: Also die Frage, welchen Unterschied es macht, wenn Patient:innen von Ärzt:innen behandelt werden, die sie bereits kennen. Eine aktuelle Studie führt diese Arbeit fort. Darin zeigen wir, dass Kontinuität kein „Alles-oder-Nichts-Prinzip“ ist, sondern eine abgestufte Struktur aufweist: Die zweitvertrauteste ärztliche Person erzielt ungefähr ein Drittel des Nutzens, den die primär behandelnde ärztliche Person bringt. Aus diesem Muster lässt sich eine einfache Regel für die Terminplanung ableiten.
Ein zweites Paper befasst sich mit dem Personal selbst, und zwar im Bereich der Krankenhauspflege. Hier untersuche ich, wie sich Ungleichgewichte in der Arbeitsbelastung im Laufe der Zeit akkumulieren und in welchem Zusammenhang dies mit dem Weggang von Pflegekräften aus dem Pflegebereich steht – und ob die Sichtbarmachung der Arbeitsbelastung und eine bewusstere Umverteilung dazu beitragen könnten, Personal zu binden.
Was möchtest du zur Forschung und Lehre an der KLU beitragen?
Auf der Forschungsseite möchte ich durch die Erschließung von Synergien mitarbeiten: mein Wissen einbringen, auf das Fachwissen anderer zurückgreifen und zur Mission der KLU beitragen, wirkungsvolle Forschung zu betreiben. Konkret bedeutet das, das Gesundheitswesen als zusätzlichen Ansatz zu erschließen und gleichzeitig mit Kolleg:innen an Fragen außerhalb dieses Bereichs zu arbeiten. Ich sehe viel Potenzial für gemeinsame Arbeit.
Was die Lehre betrifft, möchte ich den Studierenden die Bedeutung von Grundprinzipien und Theorie ebenso wie deren praktische Anwendung näherbringen. Durch die Verbindung beider Bereiche können sie erkennen, in welchen Bereichen sie einen sinnvollen Beitrag leisten können, und das Gelernte nutzen, um echte und nachhaltige Wirkung zu erzielen.
Über deine wissenschaftliche Arbeit hinaus: Was würden Studierende und Kolleg:innen über dich sagen?
Ich glaube, meine Kolleg:innen würden mich als kooperativ, zugänglich, freundlich und als jemanden beschreiben, mit dem man gut zusammenarbeiten kann. Die Studierenden würden hoffentlich sagen, dass ich großzügig mit meiner Zeit und meinem Feedback umgehe und mich aufrichtig für ihren Fortschritt und ihr Wohlergehen engagiere.
Weitere Informationen:
- Forschungsschwerpunkte, Publikationen und mehr: Prof. Dr. Harshita Kajaria-Montag







