Erfolgreicher Mehrweg-Pilot von Deutscher Umwelthilfe und Berliner Umweltverwaltung

Leergutautomaten im Lebensmitteleinzelhandel erleichtern die Rückgabe von To-go-Mehrwegbechern.

Für ein Jahr wurde die systemübergreifende Rückgabe von Recup und Einfach Mehrweg in Rewe-Märkten in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg getestet. 95 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher bewerten Rückgabe als praktisch, 70 Prozent der Gastronomiebetriebe wünschen sich eine Ausweitung. Die DUH fordert eine bundesweite Rücknahmepflicht für Takeaway-Mehrweg im Lebensmitteleinzelhandel.

The image shows a person returning bottles or cans at a recycling machine, inserting an item into the collection slot.

Die Pressemitteilung erschien zuerst auf www.duh.de

To-go-Mehrwegbecher lassen sich systemübergreifend über bestehende Leergutautomaten im Supermarkt zurückgeben. Die Rückgabe ist technisch einwandfrei umsetzbar und wird von Verbraucherinnen und Verbrauchern angenommen. Das zeigt ein zwölfmonatiges Pilotprojekt der Deutschen Umwelthilfe (DUH), der Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Rewe, Recup, Sykell, Profimiet, Sielaff und Tomra in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg. Mehr als 80 der Recup-Partnerbetriebe und acht Rewe-Märkte nahmen an dem Praxistest vom 10. März 2025 bis 8. März 2026 im Pilotgebiet teil. In den Rewe-Märkten wurden Recup-Mehrwegbecher aus umliegenden Gastronomiebetrieben über bestehende Leergutautomaten zurückgenommen. Das Pfand konnte wie gewohnt über einen Pfandbon eingelöst werden. Rückführung und professionelle Reinigung erfolgten über die bereits etablierte und nun im Pilotprojekt erstmalig gemeinsam genutzte Mehrweginfrastruktur des Mehrweganbieters Sykell. Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts erfolgte durch die Kühne Logistics University (KLU).

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: „Täglich fallen in Berlin rund zwei Millionen Einweg-Takeaway-Verpackungen wie Kaffeebecher, Burger- oder Pizzaboxen an. Wer die Einwegflut wirksam reduzieren und zu saubereren Städten kommen will, muss Mehrweg zur einfachsten und bequemsten Wahl machen. Genau das hat unser Berliner Pilotvorhaben bewiesen: Die Rückgabe von To-go-Mehrweg über Leergutautomaten funktioniert, wird angenommen und knüpft an bestehende Alltagsroutinen an. Deshalb fordern wir von Bundesumweltminister Schneider eine bundesweite Rücknahmepflicht für sogenannte Pool-Mehrwegsysteme im Lebensmitteleinzelhandel, die als ein Bestandteil für den Aufbau einer flächendeckenden Mehrweginfrastruktur dienen kann.“

Rund 95 Prozent der im Pilotprojekt befragten Personen bewerten die Rückgabe über Leergutautomaten als praktisch. Mehr als 80 Prozent gaben an, eher Mehrweg statt Einweg zu nutzen, wenn eine Rückgabe über den Lebensmitteleinzelhandel möglich ist. 

Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt des Landes Berlin: „Die Ergebnisse des Berliner Modellvorhabens machen deutlich, dass Mehrweg dann erfolgreich ist, wenn die Nutzung und Rückgabe einfach in den Alltag integriert werden. Für Berlin ist das eine wichtige Erkenntnis auf dem Weg zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft, die Mehrweg als selbstverständlichen Bestandteil des Alltags etabliert.“

Die zurückgegebenen Recup-Becher wurden über die Infrastruktur des Mehrwegsystems Einfach Mehrweg von Sykell transportiert, gereinigt und wieder in Umlauf gebracht. Entscheidend dafür war ein gemeinsamer Kennzeichnungsstandard für die Automatenerkennung. Mit Blick auf die zukünftige Kennzeichnungspflicht für Mehrwegverpackungen durch die EU-Verpackungsverordnung sollte sich die Wirtschaft nach Auffassung der Projektpartner auf eine einheitliche digitale Kennzeichnung verständigen. 

Michael Kappler, Mitgründer von Sykell: „Das Projekt hat erstmals im Praxisbetrieb bestätigt, dass verschiedene Mehrwegsysteme dieselbe Infrastruktur für Rückgabe, Logistik und Reinigung nutzen können und dadurch sogar erhebliche Effizienzpotenziale erzielen. Nach unseren Berechnungen könnte dies die Umlaufkosten von Mehrweggebinden um bis zu 60 Prozent senken. Das macht Mehrweg nicht nur ökologisch sinnvoller, sondern auch wirtschaftlicher.“

Dr. Philipp Goos, Geschäftsführer von Recup: „Das Berliner Projekt zeigt, was möglich ist, wenn bestehende Netzwerke zusammenarbeiten: Recup bringt eine starke Marke und ein deutschlandweit erprobtes Pfandsystem mit, Rewe das Handelsnetzwerk - das ist die Grundlage, auf der systemübergreifende Rückgabe skalieren kann. Gemeinsame Strukturen für Rückgabe, Logistik und Reinigung können die Gastronomie entlasten und Mehrweg attraktiver machen. Deshalb wünschen sich 70 Prozent der befragten Gastronomiebetriebe eine Ausweitung der Rückgabemöglichkeiten über Leergutautomaten im Handel.“

Das Pilotprojekt wurde von der DUH mit Unterstützung der Berliner Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt koordiniert. 

Mehr Informationen:

  1. Prof. Alexa Burmester

  2. Prof. Sandra Transchel

  3. Jonah Blits, PhD-Programm

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